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INDUSTRIE 4.0 / DIGITALISIERUNG

Der Begriff Industrie 4.0 beschreibt die Verzahnung der industriellen Produktion mit 
moderner Informations- und Kommunikationstechnik. Er geht auf die Hightech-Strategie der Forschungsunion Wirschaft - Wissenschaft der deutschen Bundesregierung zurück.

Senior Developer René Kann und Senior Interface Designerin Susi Augustin bei der Erstellung eines Konzeptes.

Die Grundlage für Industrie 4.0 ist die Anwendung von Webtechnologien zur Kommunikation zwischen Menschen, Maschinen und Produkten – wobei der Fokus auf Kommunikation zwischen Maschinen und Produkten ohne menschlichen Einfluss liegt, also der Schaffung von cyber-physischen Systemen. Um diese vernetzte Kommunikation zu beschreiben, wurden die Begriffe Internet der Dinge, bzw. Industrial Internet (im Industriekontext) geprägt.

Die Bezeichung 4.0 versteht sich dabei als Abgrenzung zu den bisherigen drei industriellen Revolutionen. Diese schufen stets lediglich Arbeitserleichterungen für den Menschen – hervorgerufen durch einen jeweils höheren Grad der Automatisierung. Jetzt werden dagegen erstmals Systeme geschaffen, die autonom agieren und somit die Arbeit nicht nur unterstützen, sondern in einzelnen Bereichen ganz alleine ohne den Menschen übernehmen. Ermöglicht wird das durch intelligente Vernetzung aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Elemente (Maschinen, Produkte, Infrastruktur etc.).

Die Ziele von Industrie 4.0 unterscheiden sich dabei nicht von den bisherigen Zielen von Unternehmen am Markt: Qualitätsverbesserung, Kosten- und Zeiteffizienz sowie Wandlungsfähigkeit sollen unter Nutzung neuer Technologien weiter gesteigert werden.

Die Nutzung neuer Technologien ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Diese werden zukünftig die Grundlage für unternehmerischen Erfolg bilden. Den Kern bilden dabei datengetriebene, digitale Dienstleistungen, die in Ergänzung zu bisherigen, klassischen Gütern existieren, oder unabhängig davon individuelle Mehrwerte generieren werden. Neue Geschäftsmodelle sind z. B. Software as Service, also die Bereitstellung von Softwareplattformen, oder Infrastructure as a Service, also die Bereitstellung von Hardware. Die Abrechnung erfolgt nach dem pay per use-Prinzip, also der Bezahlung entsprechend der Intensität und Dauer der Nutzung.

Durch die Vernetzung der Maschinen untereinander, auch über mehrere Standorte und sogar nutzende Unternehmen hinweg, entsteht eine große Menge an Betriebsdaten. Auch daraus lassen sich verschiedene Geschäftsmodelle bzw. Services ableiten. Stehen dem Hersteller z. B. die Nutzungsdaten seiner Maschinen in Echtzeit zur Verfügung, lassen sich Wartungsintervalle statistisch fundiert optimieren. So kann das System das Ersatzteil bereits versenden, bevor die Maschine ausfällt, weil es aus dem gesammelten Daten das Lebensende eines Bauteils präzise vorhersagen kann.



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